Eröffnung des „Späth’er Frühling“: Starke Auftritte und Unterstützung für Späth
News vom 10. Mai 2026
Die Wogen schlugen hoch beim „Späth’er Frühling“ am 9. und 10. Mai. Wenige Tage zuvor war bekannt geworden, dass der Berliner Senat im Zuge der Entwicklung eines neuen Stadtquartiers „Dreieck Späthsfelde“ die Flächen der Späth’schen Baumschulen bebauen will. Mit hoher öffentlicher Aufmerksamkeit starteten die Späth’schen Baumschulen ihren Widerstand. Und erhielten politische und weitere Unterstützung bei der Eröffnung am 9. Mai.

Die drei neuen Späth-Geschäftsführerinnen auf der Bühne: Karoline Leu, Laura Lichtenheldt, Susanne Schmohl (v.l.n.r.).
Die Pläne des Senats treffen die Späth’schen Baumschulen in einer Situation, in der hier gelungen ist, was viele andere Traditionsunternehmen nicht schaffen: Drei starke junge Frauen haben die Geschäfte übernommen. Gartenarchitektin Karoline Leu, die Druck- und Medientechnikerin Laura Lichtenheldt und die Gartenbauingenieurin Susanne Schmohl führen die Späth’schen Baumschulen in die Zukunft. Sie haben Energie, neue Ideen und viele Pläne. Beim „Späth’er Frühling“ stellten sie sich den Besucherinnen und Besuchern vor.
Zur Eröffnung begrüßten sie den Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, Oliver Igel, und die Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt in Treptow-Köpenick, Dr. Claudia Leistner. Der zunächst angekündigte Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, hatte seinen Besuch kurzfristig aus terminlichen Gründen abgesagt.

Die neuen Geschäftsführerinnen mit Bezirksbürgermeister Oliver Igel und Bezirksstadträtin Claudia Leistner (2. und 3. von links). Außerdem: Reimesprecher Theo Theodor (links), Betriebsinhaber Holger Zahn und Robert Schaddach für den Tourismusverein Treptow-Köpenick (rechts).
Senior-Chef und Betriebsinhaber Holger Zahn ist in diesen Tagen das Gesicht des Widerstands der Späth’schen Baumschulen gegen die Pläne des Berliner Stadtentwicklungssenators Christian Gäbler. Holger Zahn ist als Obstbaum-Gärtner und studierter Gartenbauingenieur noch zu DDR-Zeiten 1987 in das Unternehmen eingetreten. Er führte den Betrieb durch die aufreibende Treuhand-Zeit, öffnete das Gelände für die Bevölkerung, baute die Veranstaltungen aus und holte all die Angebote von Gasthaus bis Weltacker Berlin an den Standort, durch die sich die Späth’schen Baumschulen heute auszeichnen. Bei der Frühlingsfest-Eröffnung warnte er ein weiteres Mal eindringlich vor den Folgen der Senatspläne.
Holger Zahn, Senior-Chef und Betriebsinhaber: „Der Berliner Stadtentwicklungssenator Christian Gäbler plant die Zerstörung der grünen Oase für die Berliner Bevölkerung, die wir in den letzten 30 Jahren in den Späth’schen Baumschulen aufgebaut haben – auf dem historischen Grund des ältesten produzierenden Unternehmen Berlins. Und wir sind ja so viel mehr als ein grünes Zentrum für Bildung, Kultur und Veranstaltungen. Wir sind ein Netzwerk-Knoten für die grüne Branche. Auf unseren Flächen findet die Wissensvermittlung für Pflanzen, Garten und Landwirtschaft in ihrer gesamten Kette statt. Vor dem Hintergrund des neuen BäumePlus-Gesetzes mit seinen Verpflichtungen sollte der Erhalt der Flächen auch für den Berliner Senat die oberste Priorität haben!“
Politische Unterstützung erhalten die Späth’schen Baumschulen vom Bezirk Treptow-Köpenick. Sowohl das Bezirksamt mit dem Bezirksbürgermeister Oliver Igel an der Spitze als auch die Bezirksverordnetenversammlung stehen seit Jahren an der Seite des Baumschulenbetriebs.
Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick: „Die Späth’schen wurden in den letzten Jahren immer wieder durchgeschüttelt, auch durch die wechselnden Eigentümer des Grund und Boden. Jetzt sind drei neue junge Geschäftsführerinnen am Start. Für alle sollte klar sein: Berlins ältestes produzierendes Unternehmen ist kein abgeschlossenes Kapitel für die Geschichtsbücher. Es werden viele weitere Kapitel geschrieben. Und dieser Standort hat sich ja einen Namen gemacht, mit hochwertigem Pflanzen genauso wie mit den hochwertigen Veranstaltungen, zu denen die Besucherinnen und Besucher sehr gerne kommen. Und das soll auch so bleiben!
Es ist völlig inakzeptabel, wenn die Planungen so sehr über den Haufen geworfen werden, dass die Baumschule in Gefahr ist. Und die Baumschule ist in Gefahr, wenn es hier nicht mehr das Ambiente gibt, um hochwertige Veranstaltungen machen zu können. Die Baumschule muss erhalten bleiben! Und das Drumherum muss zu der Baumschule passen. Ich betone: Die Baumschule war zuerst da!“
Bezirksbürgermeister Oliver Igel hatte sich umgehend mit einem Schreiben an den Stadtentwicklungssenator Christian Gäbler gewandt, nachdem er von den Späth’schen Baumschulen über die neuen Senatspläne informiert worden war.
Es ist nicht die erste schriftlich festgehaltene Unterstützung des Bezirks für die Späth’schen Baumschulen. Im Juli 2022 fasste die Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick einen Beschluss für den Erhalt und die Sicherung der Späth’schen Baumschulen als Produktions-, Verkaufs- und Eventstandort. Den bekräftigten der Bezirksbürgermeister Oliver Igel und die Bezirksstadträtin Dr. Claudia Leistner im selben Jahr mit einem Letter of Intent.
Dr. Claudia Leistner, Stadträtin für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt in Treptow-Köpenick: „Die aktuellen Pläne des Senats gefährden durch die geplante nahe Bebauung den besonderen Charakter und die überregionale Bedeutung der Späth’schen Baumschulen als Ort für Gartenkultur, Feste, Natur, Bildung und Begegnung. Die neuen Planungen weichen damit deutlich von dem ursprünglich ausgewählten Wettbewerbsentwurf ab – trotz einer breiten Öffentlichkeitsbeteiligung im Vorfeld. Das Gebiet verfügt über ein enormes Potenzial für ökologische Aufwertung. Es kann nicht nur selbst ein hochwertiger Naturraum sein, sondern auch als Ausgleichsfläche für andere Eingriffe im Stadtgebiet dienen. Dieses Potenzial gilt es verantwortungsvoll und vorausschauend zu nutzen. Der Senat sollte daher den begonnenen Prozess sorgfältig und transparent fortführen, anstatt übereilt Fakten zu schaffen.“
Bei der Eröffnung des „Späth’er Frühling“ gab es weitere starke Unterstützungsauftritte für den Erhalt der Späth’schen Baumschulen am historischen Standort und mit den historischen Flächen in Treptow-Köpenick. Für den Bürgerverein Baumschulenweg sprach Vorständin Elsa Brandt. Sie brachte die Schockiertheit zum Ausdruck, die alle Anwohnerinnen und Anwohner in der Umgebung ergriffen hatte, als sie von den Senatsplänen erfuhren. Für den Tourismusverein Treptow-Köpenick sprach dessen Vorstandsvorsitzender Robert Schaddach, der bis zur Wiederholungswahl 2023 fast zwei Jahrzehnte direkt gewählter Abgeordneter aus Treptow-Köpenick im Berliner Abgeordnetenhaus war. Die Späth’schen Baumschulen waren als Sieger aus dem Wettbewerb um den Tourismus Award 2023 des Bezirks Treptow-Köpenick hervorgegangen.
Späth’sche Baumschulen muss grünes Zentrum bleiben!
Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Statement der Gartenfreunde zuteil. Denn der Stadtentwicklungssenator Christian Gäbler begründet die neuen Pläne für eine Baumschulenflächen-Bebauung mit dem Schutz der Kleingärten. Doch die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner in Berlin sind entsetzt, umso mehr die Gartenfreunde in direkter Nachbarschaft.
Ramona Schneider, 1. Vorsitzende des Bezirksverbandes der Gartenfreunde Treptow: „Bei den gegenwärtigen frühzeitigen Voruntersuchungen zum neuen Stadtquartier im Späth’schen Dreieck werden viele Interessen berührt. Der Bezirksverband der Gartenfreunde Berlin-Treptow wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass es möglichst keine Verlierer bei den weiteren Planungen gibt. Wer ernsthaft von nachhaltiger Stadtentwicklung spricht, darf wertvolle Bildungs- und Grünstandorte nicht vernichten. Wir erwarten Lösungen, die sowohl die Kleingärten als auch die Baumschule erhalten und nicht gegeneinander ausspielen!“
Für die Naturschutzverbände in Berlin trug Späth-Geschäftsführerin Karoline Leu ein Statement vor von Dirk Schäuble, Naturschutzreferent beim BUND Berlin:
„Das Projekt einer neuen Wohnsiedlung in Späthsfelde wird nicht besser, wenn der Senat jetzt hektisch Flächentetris spielt, um das Projekt zu retten. Der BUND Berlin lehnt das neue Stadtquartier ab. Die Freiflächen sind zu wertvoll für eine nachhaltige Stadtentwicklung, um sie zu bebauen. In Berlin dürfen generell keine Freiflächen mehr bebaut werden, wie der BUND Berlin in seiner Kampagne „Grüne Flächen retten – Klimaschutz jetzt“ unterstreicht. Neuer Wohnraum muss auf bereits bebauten Flächen entstehen – davon gibt es mehr als genügend für den absehbaren Bedarf.“
Die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz, der Zusammenschluss der Berliner Naturschutzverbände, hat bereits 2025 ein umfangreiches Positionspapier mit Begründungen gegen eine Bebauung im Dreieck Späthsfelde vorgelegt.

Weltacker Berlin: Gärtnerische Leiterin Judith Pfister, Geschäftsführerin Katharina Rein-Fischböck und Personalkoordinatorin Gesine Schaumann (v.l.n.r.).
Die Initiative Weltacker Berlin gehört zu den Neuansiedlungen auf dem Gelände. Rund 150 Schulklassen im Jahr besuchen den 2000m² großen Weltacker bei Späth – Tendenz stark steigend. Die Initiative baut außerdem auf den Späth’schen Flächen ein grünes Klassenzimmer auf.
Katharina Rein-Fischböck, Geschäftsführerin Weltacker Berlin: „Der Weltacker ist ein grüner Lernort für alle Berlinerinnen und Berliner, der globale Landwirtschaft und die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Klima und dem weltweit knappen Gut des fruchtbaren Bodens erfahrbar macht. Weil der sorgsame Umgang mit landwirtschaftlichen und ökologisch wertvollen Flächen weltweit unser Thema ist, setzen wir uns für den Erhalt solcher Flächen im urbanen Raum ganz besonders ein. Historische Orte wie die Späth’sche Baumschule sind unersetzlich und müssen als Bildungs- und Naturräume geschützt werden. Es wäre fatal, solch hochwertige Flächen im dicht bebauten Berlin zu versiegeln.
Wir setzen uns daher entschieden dafür ein, dass die Flächen der Späth’schen Baumschule erhalten bleiben und nicht der Bebauung geopfert werden. Der Weltacker Berlin spricht sich klar gegen die aktuellen Bebauungspläne des Senats aus!“
Die Späth’schen Baumschulen starteten mit dem Frühlingsfest „Späth’er Frühling“ ihren Widerstand. Sie machten mit einem Banner sichtbar, was die Senatspläne für die Flächen und die Menschen bedeuten. Wo heute öffentlich zugängliche Flächen mit Gehölzsortengarten, Obstbaumareal, Garten-Biotop, Weltacker Berlin und mehr den Menschen Anregungen, Erholung und Weite bieten, sollen künftig mehrgeschossige Gebäude im die Höhe ragen. Versiegelung, Mauern und Enge gehen damit einher.
In einem ersten Schritt ist die Bevölkerung mit Unterschriften zur Unterstützung aufgerufen – online und mit Listen. Die Unterschriften werden Anfang Juni zusammengeführt und mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion an den Berliner Senat übergeben.
Jetzt Online-Petition unterschreiben und teilen:
Späth’sche Baumschulen muss grünes Zentrum bleiben. Keine Bebauung! – Online-Petition
Späth’sche Baumschulen muss grünes Zentrum bleiben. Keine Bebauung! Der Senatsbeschluss muss vom Tisch.
Unterschriftenliste zum Download, Auslegen, Verteilen und Zurücksenden
>> Zum „Späth’er Frühling“ im Blütenmeer am 9. und 10. Mai 2026





