Späthsfelde: 22.000 Unterschriften zeigen Wirkung

Pressemitteilung, 3. Juli 2026

Die Späth’schen Baumschulen erreichen Bewegung in den Planungen für mögliches neues Stadtquartier Dreieck Späthsfelde und überreichen 22.000 Unterschriften an den Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen des Landes Berlin, Christian Gaebler.

Mehr als 16.000 Unterschriften online, rund 6.000 Unterschriften auf den Listen, rund 7.500 teils sehr ausführliche Kommentare und alles innerhalb von nur 4 Wochen: Dieses Signal der Menschen in Berlin und Umgebung gegen eine großräumige Bebauung der Baumschulenflächen ist beim Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Christian Gaebler, angekommen.

Am 3. Juli überreichten die neuen Späth-Geschäftsführerinnen zusammen mit Unterstützer*innen die Unterschriften und Kommentare an Senator Christian Gaebler. Mit dabei: Lars Düsterhöft als direkt gewählter Abgeordneter aus Treptow-Köpenick im Berliner Abgeordnetenhaus. Zusammen mit Bezirksbürgermeister Oliver Igel hatte er maßgeblichen Anteil an der Bewegung in den Planungen für ein mögliches neues Stadtquartier Späthsfelde.

Späth’sche Baumschulen sollen als grünes Zentrum erlebbar bleiben – Wachsamkeit weiter wichtig

Bei einer Begehung hatte sich Senator Christian Gaebler am 8. Juni persönlich ein Bild von den Flächen der Späth’schen Baumschulen gemacht. Danach intensivierten sich die Gespräche zwischen dem Planungsteam der Senatsverwaltung und den Späth’schen Baumschulen. Bei der Unterschriftenübergabe sicherte der Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen den Erhalt eines großzügigen Grün- und Freiraumbands rund um den historischen Gewerbehof als Kernbereich der Späth’schen Baumschulen zu. Eine feste Zusage gibt es für den Erhalt des Garten-Biotops am Karpfenteich mit botanischem Garten für aktuelle Gehölze und Stauden. Es liegt direkt am Ligusterweg. Für die Bildungsgärten auf den Flächen wie den Weltacker und weitere Gärten gibt es die Absichtserklärung, sie in die neuen Grün- und Freiflächen zu integrieren.

Karoline Leu, Späth-Geschäftsführerin: „Der öffentliche Aufschrei war gewaltig, als wir im Mai die bis dato geplante Bebauung der Baumschulenflächen bekannt gemacht haben. ‚Danke!‘ sagen wir allen für diese Unterstützung! Die Menschen in Berlin und Umgebung haben deutlich gemacht, wie sehr sie die Späth’schen Baumschulen lieben – als grüne Oase und Naherholungsgebiet, als kreatives Begegnungszentrum und Lernort der grünen Wissensvermittlung. Diesen Charakter wollen wir erhalten, auch in einem möglichen neuen Stadtquartier Späthsfelde. Die neuen Planungen mit der Zusage für das Grün- und Freiraumband sehen wir als Weg, mit dem die Menschen in der Stadt die Späth’schen Baumschulen auch weiterhin als grünes Zentrum erleben können. Klar ist aber auch, dass die öffentliche Wachsamkeit in den kommenden Jahren weiter wichtig sein wird.“

Die Späth’schen Baumschulen sind Pächter auf dem eigenen historischen Gelände. Die Ursachen dafür liegen in der deutschen Teilung, der Treuhand-Verwaltung, der Rückübertragung an die Späth-Erbengemeinschaft 1997 und dem unmittelbar darauffolgenden Verkauf. Eigentümer des Geländes sind seitdem wechselnde Investorengesellschaften.

Senior-Chef Holger Zahn: „Mit hohem persönlichen Einsatz und wirtschaftlicher Risikobereitschaft haben wir es geschafft, den traditionsreichen Baumschulenbetrieb am historischen Standort weiterzuführen ohne selbst Eigentümer der Fläche zu sein. Damit war immer klar, dass die Berliner Politik und die Berliner Öffentlichkeit von elementarer Bedeutung für den Erhalt des Standorts sind. Unseren Kernbereich zwischen Königsheide und Ligusterweg haben wir zu einer öffentlich zugänglichen Fläche entwickelt, die ein einzigartiger Anziehungspunkt und Ort der grünen Wissensvermittlung für die grüne Branche und die Bevölkerung ist. Unser Ziel ist, dass ein Grüner Gürtel ein mögliches neues Stadtquartier Späthsfelde durchzieht und Späth als grünes Zentrum auch in Zukunft erlebbar bleibt.“

Zukunftsaufgabe: Bildungsgärten als Herzstück der grünen Wissensvermittlung sichern

„Die Zusagen seitens des Senats sind Willensbekundungen, die sich in der Umsetzung erweisen müssen und noch viel Ringen um die konkrete Ausgestaltung erfordern“, sagt Laura Lichtenheldt, die gemeinsam mit Susanne Schmohl und Karoline Leu das neue Späth-Geschäftsführungs-Trio bildet: „Der Altbaum-Bestand mit den wertvollen Muster- und Mutterbäumen und unser Obstbaum-Areal mit

700 Bäumen liegen innerhalb des Grünflächenbandes, den die neuen Planungen vorsehen. Für unser Garten-Biotop am Karpfenteich gibt es nun die klare Zusage des Senators. Großen Diskussionsbedarf sehen wir aber für die Bildungsgärten, die das Herzstück der Wissensvermittlung für Pflanzen, Garten und Landwirtschaft sind. Für sie gibt der Senator die Absichtserklärung, sie auf dem Gelände zu halten. Sie sind aber mit den aktuellen Planungen noch nicht gesichert.“

Einer dieser Bildungsgärten ist der 2000 m² große Weltacker für eine nachhaltige Landwirtschaft der Zukunft. Gesine Schaumann, Initiative Weltacker Berlin e.V.: „Die Späth’schen Baumschulen sind ein einzigartiger Ort der grünen Wissensvermittlung in Berlin. Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben hier, wie eng Pflanzenvielfalt, nachhaltige Landwirtschaft und unsere Ernährung zusammenhängen. Der Weltacker macht dabei die Auswirkungen unseres Konsums auf Klima, Artenvielfalt, Bodenfruchtbarkeit und globale Gerechtigkeit unmittelbar erfahrbar. Dass sich so viele Menschen für diesen Lernort einsetzen, zeigt seine große Bedeutung für Berlin!“

Die Späth’schen Baumschulen haben auf den Flächen den zentralen Sortengarten des Bund deutscher Baumschulen mit 450 Gehölzen unterschiedlicher Arten und Sorten angelegt. Das Späth-Arboretum der Humboldt-Universität nutzt ein Areal als Forschungsfläche zu klimaresilienten Bäumen und Gehölzen für die Stadt. Auf den universitätseigenen Flächen kann diese Forschung nicht durchgeführt werden: Das Arboretum ist ein Gartendenkmal. Dr. Anika Dreilich, gärtnerisch-technische Leitung des Späth-Arboretum: „Die Forschungsflächen auf den Baumschularealen sind für unsere Arbeit von großer Bedeutung. Sie schaffen die Grundlage für praxisnahe Untersuchungen zur Anpassungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit von Gehölzen unter sich verändernden Klimabedingungen. Die Nähe zum Späth-Arboretum stärkt dabei den Transfer zwischen Forschung, Sammlung und Anwendung.“

Politische Unterstützung aus Bezirk und Abgeordnetenhaus gab den Ausschlag

Die entschlossene politische Unterstützung aus dem Bezirk Treptow-Köpenick und aus dem Berliner Abgeordnetenhaus war ausschlaggebend für das Einlenken des Senators für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Bezirksbürgermeister Oliver Igel und Lars Düsterhöft, Mitglied im Abgeordnetenhaus, nahmen persönlich an sämtlichen Treffen zwischen Senator und Späth’schen Baumschulen teil. Späth-Geschäftsführerin Susanne Schmohl: „Im Namen des gesamten Teams der Späth’schen Baumschulen und unserer Kooperationspartner auf den Baumschulenflächen danken wir Oliver Igel und Lars Düsterhöft für ihr unablässiges Engagement für den Erhalt der Späth’schen Baumschulen mit umgebenden Flächen und als grünes Zentrum für Bildung, Kultur und Veranstaltungen.“

Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick: „Als ältester Berliner Gewerbebetrieb ist die Späth‘sche Baumschule eine Institution in Treptow-Köpenick. Sie lebt aber nicht allein von der Historie, sondern auch vom grünen Umfeld. Es ist daher zwingend notwendig, dass bei der Entwicklung rund um die Baumschule nicht nur das Kerngeschäft erhalten bleibt, sondern das Ambiente stimmt: Ein die Baumschule umspannendes grünes Band soll den Ort weiterhin als Anziehungspunkt für Gäste bei Veranstaltungen erhalten und zudem garantieren, dass der Standort attraktiv für Kundinnen und Kunden ist.“

Lars Düsterhöft, Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus: „Die Diskussion um Späthsfelde hat gezeigt, dass Stadtentwicklung nur im Dialog funktionieren kann. Die Späth’schen Baumschulen sind ein wichtiger Teil der Identität unseres Bezirks. Deshalb werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, dass ihre Belange bei den weiteren Planungen berücksichtigt werden. Berlin braucht neue Wohnungen. Aber genauso braucht Berlin Grünflächen, Klimaresilienz und Orte, die den Charakter eines Stadtteils prägen.“

>> Pressefotos von der Unterschriftenübergabe am 3. Juli 2026 zum Download

Pressekontakt

Susanne Schneider-Kettelför

Öffentlichkeitsarbeit Späth’sche Baumschulen

 

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