Späth-Arboretum der Humboldt Universität

Einladung zu einer faszinierenden Entdeckungstour: Lassen Sie sich verzaubern vom Späth-Arboretum, diesem historischen botanischen Garten für Gehölze im Stil eines englischen Landschaftsgartens mit Steingarten und Teichanlage.

 

1879 war die Geburtsstunde des Arboretums als Schau- und Sichtungsgarten der Baumschule. Franz Späth, Firmeninhaber in fünfter Generation, hatte das Unternehmen 1864 von der Köpenicker Straße auf Freiflächen nach Neu-Britz verlagert und damit begonnen, es in den kommenden Jahrzehnten zur größten Anzucht-Baumschule der Welt auszubauen. Den Garten rund um sein 1874 erbautes Herrenhaus ließ er vom Berliner Stadtgartendirektor Johann Heinrich Gustav Meyer zum Arboretum vergrößern (lat. arbor = der Baum) Hier führte er hochrangigen Gästen die Späth’schen Züchtungen vor und lud sie ein, selbst Hand anzulegen: So pflanzte Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck anlässlich seines Besuches 1884 eine Linde. Die Späth’schen Gärtner testeten im Arboretum aber vor allem sowohl die eigenen Züchtungen als auch Gehölze aus allen Erdteilen auf ihre Standortverträglichkeit in Berlin und Brandenburg und damit auf ihre wirtschaftliche Verwertbarkeit.

 

Rund 1.200 Gehölzarten zeigt das Späth-Arboretum in Berlin-Treptow heute auf 3,5 ha Fläche. Einzigartige Exemplare sind darunter. Der älteste Baum ist eine Mehlbeere von 1880, aus den Anfangsjahren des Gehölzgartens also. Mit dem Steingarten im Zentrum, 1928 als Tiefgarten angelegt, dem idyllischen Teich mit seinen Wasser- und Uferpflanzen, der systematischen Abteilung und den Arznei- und Gewürzmittelbeeten umfasst das Sortiment des Arboretums insgesamt mehr als 4000 Pflanzenarten.

 

1961 wurde das Späth-Arboretum dem Institut für Spezielle Botanik der Humboldt-Universität in Berlin angegliedert. Seitdem wird die einzigartige Gehölz-Vielfalt für universitäre Forschung und Lehre genutzt und die Pflanzenvielfalt stetig erweitert. Seit 1966 ist sie auch der Öffentlichkeit zugänglich. In den Jahren der DDR kamen insbesondere die umfangreichen Sammlungen an Kraut- und Farnpflanzen hinzu.

 

Eine besondere Ehre wurde dem Arboretum 1998 zuteil: Die Internationale Gesellschaft für Gehölzkunde (International Dendrology Society) verlieh dem Späth-Arboretum der Humboldt-Universität auf Grund seiner herausragenden Bedeutung die Ehrenplakette – als bislang einzigem botanischen Garten in Deutschland.

Öffnungszeiten des Späth-Arboretums

Ende März bis 31. Oktober

Mi., Do., Sa., So. und alle Feiertage: 10 – 18 Uhr

 

Eintritt: 1 Euro, ermäßigt 50 Cent

 

Programm 2017 im Arboretum der Humboldt-Universität: Führungen, Exkursionen, Konzerte